PROJEKTE

AKTUELLE PROJEKTE

NORDRHEIN-WESTFALEN

Gesundheitscampus Sauerland, Balve


Auftrag der Kommune und der Industriebetriebe zur Umnutzung des Krankenhauses Konzeption zur Umwandlung einer Krankenhaus-Immobilie für ein amulantes Zentrum. Nach der Konzeptionsphase tätig als geschäftsführender Gesellschafter. Binnen 5 Jahren Etablierung von 10 Vertragsärzten, mehreren stationären und ambulanten Pflegeangeboten, diverse therapeutische Anbieter und bürgerschaftliche Engagements am Standort. In der Summe eine 95%ige Auslastung der 5.500 qm großen Sonderimmobilie.

  • Ansprechpartner: Hubertus Mühling, Bürgermeister, Tel. +49 2375 926124
  • Begleitung und Beratung: Ansgar von der Osten, Kassenäztliche Vereinigung Westfalen Lippe, Tel. +49 231 94320
  • Laufzeit: seit Februar 2012
Ausgangssituation Im Februar 2012 beschlossen die Katholischen Kliniken im Märkischen Kreis (KKiMK) als Träger des St.Marien-Hospitals Balve dessen Schließung, da es unrentabel geworden war. Gegen den angedachten Abriss regte sich Widerstand aus der örtlichen Bevölkerung und der Wirtschaft, sodass das Gebäude erhalten blieb. Mit der Absicht, das Haus zu übernehmen, nahm man Gespräche mit den KKiMK auf, zunächst ohne Ergebnis. Um der Landesregierung aufzuzeigen, dass Balve als Versorgungsstandort erhalten bleiben müsse, und um die zwei Internisten des ehemaligen Krankenhauses im Ort zu halten, wurde ein Konzept für einen Gesundheitscampus entwickelt. Das Gesundheitsministerium NRW unterstützte das Konzept und verzichtete auf die Rückzahlung von Fördermitteln, nachdem eine finanzielle Einigung zwischen den KKiMK und dem neuen Träger erreicht worden war. Als Auflage sollte eine gemeinnütze GbR das Gebäude übernehmen und dann in eine Bürgerstiftung weitergeben. Mithilfe von Öffentlichkeitsarbeit wurde eine große Spendensumme akquiriert; zudem kaufte das Katharinen-Hospital Unna die Sitze der beiden Internisten auf und gründete das MVZ St. Damian im Gesundheitscampus. Umfeld Balve (ca. 12.000 Einwohner) liegt im ländlich geprägten Hönnetal im Märkischen Kreis. Während der Planungsphase des Campus lag das nächste Krankenhaus ca. 20km entfernt; alle Krankenhäuser im Umkreis bieten eine Grund- und Regelversorgung. In der Region fehlt ein niedergelassener Chirurg, da mit der Schließung des St.Marien-Hospitals eine begrenzte Ermächtigung zur chirurgischen Behandlung erlosch. Zu Beginn gab es in der Region drohende Unterversorgung im hausärztlichen Bereich, jedoch konnte eine Hausarztpraxis durch den Gesundheitscampus expandieren, sodass der Mittelbereich Menden derzeit knapp ausreichend versorgt ist (Versorgungsgrad ca. 91,2%). Da ca. 30% der Hausärzte im Mittelbereich älter als 65 Jahre sind, ist die Tendenz jedoch sinkend. Konzept Ziel des Gesundheitscampus ist die Stärkung der fachärztlichen Grundversorgung, sowie der überregionalen somatischen Versorgung im unmittelbaren Zusammenhang mit therapeutischen und pflegerischen Konzepten. Durch die Integration der aufgeführten medizinischen Bereiche konnte ein Netzwerk von Gesundheitsanbietern unter einem Dache realisiert werden. Einrichtungen sind u.a.
  1. das MVZ St. Damian (1 Hausärztin, 1 Internist, sowie jeweils eine Gastroenterlogin und einem Kardiologen),
  2. eine Filialpraxis einer orthopädischen Gemeinschaftspraxis (Medizinisches Zentrum Hönneinsel) mit drei Orthopäden und einem angepassten Sprechstundenangebot,
  3. eine überörtliche Gemeinschaftspraxis mit einer Hausärztin, einem Nephrologen und einem Facharzt für Diabetes.
  4. eine Naturheilpraxis,
  5. ein ambulanter Pflegedienst sowie eine Tagespflegeeinrichtung mit 14 Plätzen und zwei Pflege-Wohn-Gemeinschaften mit jeweils 12 Plätzen für Intensivpflege und Demenzbetreuung
  6. Im Bereich der Therapie beinhaltet der Campus eine ergotherapeutische und krankengymnastische Praxis.
  7. Ergänzt wird dies durch umfangreiche Angeboten durch den Kneipp Verein, der Reha-Sport e.V., der Demenzbetreuungsgruppe, Selbsthilfegruppen und weiteren Anbietern.
Die intersektorale Zusammenarbeit wird individuell gefördert. Dabei gibt es gemeinsam organisierte Leistungsangebote, z.B. Demenzbetreuung und Reha-Sport. Es ist außerdem übergreifendes Ziel, dass alle Mitarbeiter im Campus mindestens einen Erste Hilfe Kurs besucht haben. Monatliche Laienvorträge für die Bevölkerung runden das Angebot ab. Modellgröße und Kooperationspartner Am Gesundheitscampus Sauerland sind unter Einbezug aller Leistungserbringer insgesamt ca. 100 Mitarbeiter auf ca. 5.000m² beschäftigt. Das MVZ St. Damian versorgt ca. 3.000 Patienten pro Quartal, die Orthopädie-Filialpraxen ca. 500 Patienten pro Monat. Partner im Rahmen üblicher Kooperationsabläufe (z.B. Patientenüberleitung) sind verschiedene Krankenhäuser, Pflegeheime und Apotheken in der Region. Innovative Elemente Mit dem Gesundheitscampus Sauerland ist es gelungen, ein Zentrum zu etablieren, das die medizinische Versorgung in Balve sichert, mit neuen Angeboten ausbaut, sowie Strukturen zur Förderung ihrer Integration bereitstellt. Dabei werden moderne Organisationsformen (MVZ, Filialpraxen) unter einem Dach zusammengeführt. Hervorzuheben ist auch die Einbindung der Bürgerschaft, die maßgeblich zur finanziellen Umsetzbarkeit beigetragen hat. Der „solidarische“ Ansatz einer gestaffelten Miete bietet auch kleineren Dienstleistern die Möglichkeit, Teil des Gesundheitscampus zu sein. Quelle: Innovative Gesundheitsmodelle Website: Gesundheitscampus Balve




Gesundheitspark Brilon - Städt. Krankenhaus Maria Hilf, Brilon


Auftrag der Stadt Brilon für eine sektorenübergreifende Versorgung Durchführung einer Expertenbefragung in der Region zur Etablierung von weiteren sektorenübergreifenden Mechanismen zur Patientenorientierung. Aktuell Konzeption eines Gesundheitshauses mit einer hausärztlichen Gemeinschaftspraxis, Pflegeangeboten und einem professionellen Schnittstellenmanagement.

  • Ansprechpartner: Dr. Christof Bartsch, Bürgermeister, Tel. +49 2961 794102
  • Laufzeit: 2016 - 2018
Der Gesundheitheitspark Brilon - DAS Gesundheitsnetzwerk im Hochsauerland Die dynamischen Änderungen des Gesundheitssystems erfordern von allen Teilnehmern im Rahmen integrierter Versorgungskonzepte eine Verstärkung der Zusammenarbeit. Im Gesundheitspark Brilon arbeiten verschiedene stationäre und ambulante Leistungserbringer zusammen, ergänzen sich, konzipieren interdisziplinäre Behandlungskonzepte und nutzen technische und räumliche Kapazitäten gemeinsam. Dieses Zusammenwirken bedeutet für die Patienten in der Region eine maximale medizinische Versorgungsqualität auch und gerade im ländlichen Raum. Das Netzwerk versteht sich als Partner der überweisenden niedergelassenen Fachärzte im Hochsauerland. Der Gesundheitspark liegt in einer großzügigen Anlage mitten im Grünen mit direkter Anbindung an die Stadt Brilon und verfügt über ausreichende Parkplatzmöglichkeiten auf dem Gelände sowie eine Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Mittendrin befindet sich das Städtische Krankenhaus Maria-Hilf. Die Patientenorientierung gehört zur Philosophie und ist eng verknüpft mit Hightech-Medizin und möglichst schonenden Behandlungsverfahren. Im neuen OP-Zentrum, das zu den modernsten im Sauerland gehört und von den Chirurgen des Hauses genauso wie von Belegärzten genutzt wird, kommen, wo immer möglich, laparoskopische, also minimal invasive Verfahren, zum Einsatz. Auf der Schnittstelle zwischen Diagnostik und Therapie verfügt das Haus über endoskopische Systeme der neuesten Generation. Traumazentrum mit speziell ausgebildeten Notfallmedizin Ein besonderer Schwerpunkt ist die Behandlung von Notfällen. Das Krankenhaus ist lokales Traumazentrum des Traumanetzwerks Ostwestfalen und mit speziell ausgebildeten Notfallmedizinern und Pflegekräften auf die Besonderheiten der Behandlung von akuten Notfällen optimal eingestellt. Gerade bei der Behandlung von derartigen Notfällen spielt die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Disziplinen im Gesundheitspark für die Versorgungsqualität eine wichtige Rolle. Der Gesundheitspark Brilon - Gelebte integrierte Versorgung Ganz unterschiedliche Gesundheitseinrichtungen haben sich mittlerweile für den Gesundheitspark Brilon entschieden:
  1. Augenklinik Brilon
  2. Kardiologische Gemeinschaftspraxis
  3. Nephrologische Gemeinschaftspraxis
  4. Urologische Gemeinschaftspraxis Hochsauerland
  5. Hebammenpraxis Bauchwunder
  6. Gemeinschaftspraxis für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
  7. Fachpraxis für Allgemeinmedizin, Traditionelle Chinesische Medizin und Akupunktur
  8. Fachpraxis für Psychiatrie und Psychotherapie
  9. Wirbelsäulenzentrum Brilon
  10. radiox: Zentrum für Radiologie und Strahlentherapie
  11. Reha- und Präventionszentrum Promotio
  12. Bildungsinstitut für Gesundheit
Sie alle nutzen die interdisziplinäre Zusammenarbeit untereinander und mit dem Städtischen Krankenhaus Maria-Hilf.
Kooperationsnetzwerk mit externen Partnern Der Gesundheitspark kooperiert über das Krankenhaus auch mit externen Partnern. Chemotherapien im Rahmen der Behandlung von Krebserkrankungen zum Beispiel werden in Zusammenarbeit mit dem deutschlandweit renommierten Klinikum Kassel angeboten. Bei akuten Schlaganfällen ist die Innere Abteilung des Krankenhauses an ein Teleneurologisches Netzwerk angeschlossen. Diese Kooperationen bedeuten für die Bürger der Region auch im ländlichen Raum ein Höchstmaß an medizinischer Versorgungsqualität.
Quelle: krankenhaus-brilon.de




Gesundheitshaus Verl


Auftrag der Stadt Verl für eine sektorenübergreifende Versorgung SWOT-Analyse der Gesundheitsversorgung in der Gemeinde Verl. Konzeption eines Gesundheitshauses mit zeitlich versetzten Umsetzungsmodulen. Antrag und Begleitung der Projektarbeit supPORT der Robert-Bosch-Stiftung.

  • Ansprechpartner: Michael Esken, Bürgermeister, Tel. +49 5246 - 9610
  • Laufzeit: 2015 - 2017





RHEINLAND-PFALZ

Rheinland-Pfalz, Neuerburg: Gesundheitszentrum Neuerburg


Auftrag der Stadt Neuerburg zur Umnutzung des Krankenhauses Das Krankenhaus Neuerburg wurde 2015 geschlossen, nachdem der Krankenhausträger den Versuch aufgegeben hatte, ein Gesundheitszentrum zu etablieren. Die neue Konzeption von gesunddenken.de ist in der Gemeinde, bei der KVS und beim Ministerium auf Anerkennung gestossen. Seit Januar 2018 ist das Projekt unter der Leitung von Ingo Jakschies als Geschäftsführer der Betreibergesellschaft aktiv in der Umsetzung begriffen. Ansprechpartner:

  • Lothar Fallis, Bürgermeister Stadt Neuerburg, Tel. +49 6564 96820
  • Moritz Petry, Bürgermeister Verbandsgemeinde Südeifel, Tel. +49 6525 - 790
  • Gesundheitsministerium Rheinland-Pfalz: Tel. +49 6131 - 162 047
  • Dr. Peter Bartels, Vorsitzender des Vorstands der Kassenärtztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz, Tel. +49 6131 326 326
Laufzeit: seit April 2017 Gesundheitszentrum Neuerburg Das Gesundheitszentrum Neuerburg gemeinnützige Gesellschaft (gGmbH) gehört zu hundert Prozent der Stadt Neuerburg. Einziger Gesellschafter ist der Stadtbürgermeister. Der Stadtrat hat Weisungsrecht. Insgesamt stehen rund 6200 Quadratmeter zur Verfügung, wovon nach Abzug der großen Flure rund 4400 Quadratmeter vermietbar sind. Für den vorzeitigen Ausstieg aus dem Überlassungsvertrag zahlt die Marienhaus Kliniken GmbH 710 000 Euro an die Stadt. Nach einer Anlaufphase von fünf Jahren soll sich das Gesundheitszentrum wirtschaftlich tragen. Stadt Neuerburg und Verbandsgemeinde Südeifel Eine lange Zeit sah es so aus, als ob es mit dem Gesundheitszentrum in Neuerburg nichts werden würde. Doch nachdem sich die Marienhaus GmbH aus dem Projekt zurückgezogen hat (der TV berichtete) und stattdessen die Stadt Neuerburg mit der Verbandsgemeinde Südeifel gemeinsam das Ruder übernommen hat, zeigt sich ein Silberstreif am Horizont. Nun kommen die guten Nachrichten aus dem Gesundheitszentrum selbst. Neben der Wohnpflegegemeinschaft für Patienten, die intensiv medizinisch versorgt werden müssen (ehemals Phase F), und einer Jugendwohngruppe der Caritas für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Marienheim wird es im Sommer eine weitere Mieterin geben. Sigrid Mundt, Allgemeinärztin So plane die Neuerburger Allgemeinärztin Sigrid Mundt in der ersten Julihälfte mit ihrer Praxis dort einzuziehen, sagt Ingo Jakschies, Geschäftsführer der gemeinnützigen städtischen Gesellschaft. Sie wird die Räume des ehemaligen Chirurgen Ingvo Müller übernehmen. „Meine Vorstellung ist, dass sich im Gesundheitszentrum eine Keimzelle etabliert. Andere Kollegen könnten dann dazustoßen“, sagt Sigrid Mundt. Doch dafür bräuchte sie Platz, den sie an ihrem jetzigen Standort nicht habe. In der neuen Praxis könnte sie noch einen Arzt anstellen oder Kollegen stunden- oder tageweise Räume zur Verfügung stellen. Die Infrastruktur wäre vorhanden, die Anmeldung gemeinsam nutzbar. Sie glaubt, „dass das für den ein oder anderen Kollegen reizvoll sein könnte. Außerdem erhoffe ich mir, dass wir für uns Allgemeinmediziner so jüngeren Nachwuchs finden.“ Auch die Caritas hat in der ersten Etage des Marienheims Räume für eine weitere Jugendgruppe angemietet. „Dort wird eine Verselbstständigungsgruppe für Jugendliche über 18 Jahre einziehen“, sagt Katrin Reißberg von der Caritas. Ingo Jakschies, gesunddenken.de, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft Ingo Jakschies, Projektentwickler im Gesundheitswesen, hat sich für Neuerburg ein Konzept überlegt. „Wir wollen Gesundheit für alle Altersgruppen anbieten und entsprechende Angebote fördern“, sagt er. „Im Bereich der Prävention haben wir besonders die chronisch Kranken im Fokus.“ Zudem hofft Jakschies, dass Neuerburg auch ein Zentrum für sektorenübergreifende Versorgung sein wird. Also, dass dort Fachärzte ihre Filialen eröffnen oder sich per Telemedizin beteiligen. Doch auch die Bürger seien gefragt. Diese könnten Selbsthilfegruppen einrichten oder zum Beispiel Kneippen oder Rehasport anbieten. „Auch wollen wir die Gründung einer Demenzgruppe unterstützen“, sagt Jakschies. Das Gebäude und die Räume des Gesundheitszentrums seien in einem „exzellenten Zustand“, versichert er. Lothar Fallis, Bürgermeister von Neuerburg „Ich bin mit der Situation sehr froh“, sagt Lothar Fallis, Bürgermeister von Neuerburg. „Wir haben die erste Hürde genommen und alle Voraussetzungen geschaffen, um handlungsfähig zu sein.“ Es zahle sich aus, einen Plan zu haben und diesen weiter zu verfolgen, auch wenn man zwischenzeitlich nicht gewusst habe, wie es weitergehen werde. Mo ritz Petry, Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Südeifel lobt das zügige Vorgehen aller Entscheidungsträger. Im Januar 2017 habe man die „völlig neue Konzeption“ erst in Mainz der Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) vorgestellt. Es sei „viel Schweiß“ dabei geflossen, das Projekt in die kommunale Verantwortung zu nehmen. „Das Gesundheitszentrum ist ein Projekt, das ein gesundes Maß und realistische Ziele hat. Das ist kein Luftschlösschen“, sagt er. „Wir Kommunen sind die armen Säue im ländlichen Raum. Wir müssen uns selbst kümmern.“ Günter Scheiding (SPD-Vorsitzender im Stadtrat) lobt den Einsatz von Moritz Petry und den beiden Geschäftsführern Alexander Schaal und Ingo Jakschies. „Nachdem Marienhaus gescheitert ist und der Kreis sich zurückgezogen hat, haben sie übernommen.“ Marianne Eisenach vom Aktionsbündnis medizinische Versorgung in der Süd-Westeifel Lob gab es auch von Alfred Ziewers und Marianne Eisenach vom Aktionsbündnis medizinische Versorgung in der Süd-Westeifel. „Wenn man die Landflucht stoppen will, ist eine erste Maßnahme, die ärztliche Versorgung auf dem Land zu sichern“, sagt Marianne Eisenach. „Ich möchte später nicht nach Bitburg ziehen. Ich möchte in meinem Haus, in meinem Dorf und bei den Menschen, denen ich verbunden bin, bleiben.“ Quelle & Bildnachweis: Stefanie Glandien/Trierischer Volksfreund





SAARLAND

Gesundheitspark Wadern


Aufträge der Stadt Wadern und des Gesundheitsministeriums zur Umnutzung des Krankenhauses Nach der für Dezember 2017 angekündigten Schliessung des örtlichen Krankenhauses erfolgte die Berufung in die Arbeitsgruppe des Gesundheitsministeriums zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung in Wadern sowie die Beauftragung einer Machbarkeitsstudie zur Etablierung eines Gesundheitsparks. Ansprechpartner:

  • Jochen Kuttler, Bürgermeister, Konzeption Gesundheitspark, Tel. +49 6871 - 5070
  • Stephan Kolling, Staatssekretär Gesundheitsministerium Saarland, Machbarkeitsstudie, Tel. +49 681 - 501 2107
  • Dr. Joachim Meiser, stv. Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung, Tel. +49 681 998 370
Laufzeit: seit August 2017 Zentrum mit ambulanten und stationären Leistungen Als die katholische Marienhaus Holding GmbH am 6. Juni 2017 die Schließung des Krankenhauses in Wadern verkündete, setzte sich Bürgermeister Jochen Kuttler etwas ratlos an seinen Computer. Der Ex-Journalist suchte via Google nach Leidensgenossen – und fand sie in Neuerburg in der Eifel. Auch dort hatte Marienhaus eine Klinik dichtgemacht, dort soll jetzt ein Gesundheitszentrum aufgebaut werden. Ein Vorbild für Wadern? Kuttler traf sich mit dem Projektentwickler Ingo Jakschies (55). Der Kaufmann, der über 20 Jahre lang evangelische Kliniken in Nordrhein-Westfalen leitete, hat im Sauerland ein solches Zentrum mit 15 Ärzten aufgebaut (Kuttler: „Das ist brillant!“) und ist nun auch in Neuerburg im Geschäft. Für Wadern bekam er von der Landesregierung zunächst den Auftrag, eine Machbarkeitsstudie zu erstellen. Konkrete Pläne für einen Gesundheitspark in Wadern Inzwischen gibt es konkrete Pläne für einen Gesundheitspark in der Hochwald-Stadt, in dem Anbieter von stationären wie ambulanten Leistungen eng zusammenarbeiten:
  1. Niedergelassene und angestellte Haus- und Fachärzte aus einem bereits bestehenden Ärztehaus und aus der unmittelbaren Umgebung sollen die ambulante Versorgung sicherstellen. Laut Jakschies haben bereits eine Reihe von Ärzten unterschiedlicher Disziplinen Interesse an dem Projekt bekundet. Gespräche über Neuansiedlungen liefen.
  2. Auf einem privaten Gelände in der Nähe des Ärztehauses will die Saarland Heilstätten GmbH (SHG) eine Tagesklinik mit 20 Betten für Psychotherapie- und Psychiatrie-Patienten bauen.
  3. Daneben soll ein „Patientenhotel“ mit viel Grün entstehen. Die niedergelassenen Ärzte sollen dort in einer „Praxisklinik“ Patienten für einige Stunden oder ein bis zwei Tage behandeln und betreuen können. „Wenn sich mehrere Praxen zusammentun, kann man so etwas organisieren“, sagt Jakschies.
  4. Auch soll es möglich sein, dass Krankenhäuser zum Beispiel Patienten nach einer Hüft-OP, anstatt sie schnell zu entlassen, für ein paar Tage in dieses „Patientenhotel“ schicken, damit sie dort heimatnah betreut werden.
  5. Auf der gleichen Fläche sollen sich Praxen für Ergotherapie, Logopädie, Krankengymnastik, Entspannungs-, Ernährungs- Bewegungs-, Musik- und Kunsttherapie ansiedeln.
  6. Außerdem geplant sind Wohn- und Pflegeangebote für Senioren, zum Beispiel Kurzzeitpflege.
Seitdem klar ist, dass das Krankenhaus in Wadern dichtmacht, hätten Jakschies und er Dutzende Gespräche mit Ärzten, Krankenkassen und Verbänden geführt, sagt Bürgermeister Kuttler. „Alle waren begeistert von dem Modell.“ Hinter dem Projekt stehen laut Jakschies mehrere Investoren: ein Bau-Unternehmer, ein Architekt und ein Betreiber von Pflege-Einrichtungen; auch mit regionalen Banken liefen Gespräche. Alfons Vogtel, SHG Aus Sicht von SHG-Chef Alfons Vogtel entsteht durch die Vernetzung der Akteure in Wadern eine Art Poliklinik. Dieses Modell sei „genau das, was wir brauchen“. In einigen Fällen könnte eine solche Einrichtung nach Ansicht des Rektors der von der SHG mitgetragenen Berufsakademie für Gesundheits- und Sozialwesen Saarland, Professor Franz Lorenz, einen Krankenhausaufenthalt überflüssig machen: etwa wenn ein Patient intravenös Antibiotika braucht oder wenn ein älterer Mensch zu Hause stürzt und die Nacht zur Sicherheit medizinisch überwacht werden muss. Jochen Kuttler, Bürgermeister Bürgermeister Kuttler setzt große Hoffnungen in das Projekt. „Der Gesundheitspark ist aber kein Ersatz für ein Krankenhaus“, betont er. „Was wir jetzt machen, hätte schon vor 20 Jahren gemacht werden können.“ Quelle: Daniel Kirch, Chefkorrespondent Landespolitik / Saarbrücker Zeitung





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